Elsens Geschichte - Heimat- und Verkehrsverein Elsen e.V.

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Elsens Geschichte

Stadtteilarchiv

Elsen-Stadtteil der Stadt Paderborn
Im südöstlichen Winkel der Großlandschaft Westfälische Bucht liegt im Übergangsgebiet zwischen der Paderborner Hochfläche, der Hellwegbörde und den Lippeniederungen die über Jahrhunderte selbstständige Gemeinde Elsen, die am 1.1.1975 Stadtteil der Stadt Paderborn wurde.
Im Stadtgebiet liegt Elsen im Westen, etwa 4,5 km von der Kernstadt entfernt. Um den Dorfkern reihen sich die Ortsteile Elsen - Bahnhof, Gesseln und Nesthausen. Am 01.01.2009 zählte Elsen 16.650 Einwohner (Haupt- und Nebenwohnsitz). Archäologische Fundstücke lassen darauf schließen, dass schon vor Christi Geburt Germanen den Elsener Raum in dauernden Besitz nahmen. Urkundlich ist Elsen zum ersten Mal 1036 in der Busdorfer Schenkungsurkunde erwähnt, in der Bischof Meinwerk u.a. den Zehnten des zum Haupthof Nyenhus (Neuhaus) gehörenden Unterhofes llasan, auch Elesen (Elsen) genannt, dem Busdorfstift in Paderborn schenkte.

Der Hof llasan/Elesen, vermutlich der 1970/72 abgebrochene Steinhof im Bereich der heutigen Dionysiusstraße, scheint der Siedlungskern Elsens gewesen zu sein. Die Hofanlage besaß ein burgähnliches Steinhaus und war mit Wall und Graben geschützt, in deren Bereich auch die Dionysius-Kirche lag, deren Patrozinium auf die Zeit des 9. Jahrhunderts hinweist. Ministerialen, Lehnsleute des Bischofs, bewirtschafteten den Hof und stiegen im 11./12. Jahrhundert zum niederen Dienstadel auf, zum Geschlecht der Herren "von Elsen". Das Siegel der Ritter von Elsen zeigt einen Sparren, darunter einen aufgerichteten oder auch schreitenden Löwen. Im Schutz der befestigten Hofanlage und der im 11 ./12. Jahrhundert zur Wehrkirche ausgebauten Dionysiuskirche ist Elsen entstanden.
Durch Hofteilungen und Anlage neuer Höfe, die Anrecht auf die Nutzung der in Gemeinschaftsbesitz gehörenden Mark hatten, kam es zu einer kontinuierlichen Siedlungserweiterung und -verdichtung. Der Streusiedlungscharakter war prägendes Merkmal. Vor allem an der Gunne, im Bereich der Kirche, im Tippbruch und in Gesseln bildeten sich Siedlungsschwerpunkte. Die Bauerschaft Gesseln ist 1209 in der Form Gestlen belegt und entwickelte früh ein Eigenleben. Nesthausen wird in der Form "Nosthusen" zum ersten Mal 1296 erwähnt.
Die Hofanlagen standen im Obereigentum unterschiedlicher Grundherrschaften. Neben dem Bischof und dem Domkapitel von Paderborn treten das Kloster Abdinghof und das Busdorfstift sowie weltliche Grundherren auf. In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts wurde wahrscheinlich der Kleehof in der Elsener Flur neu angelegt. Administrativ waren die Höfe Elsens in drei Ämter gegliedert: das Schultenamt, das Richteramt und das Holtgrevenamt.

In den großen europäischen Kriegen im 17. und 19. Jahrhundert hatte Elsen immer wieder schwere Lasten zu tragen als Requirierungsgebiet für durchziehende Truppen und Einquartierungsort während der winterlichen Kriegspausen.
Mit der Aufhebung des Fürstbistums Paderborn und dessen Einverleibung in das Königreich Preußen im Jahre 1802 endete die weltliche Herrschaft der Fürstbischöfe.

1803 zählte Elsen rund 900 Einwohner und war ein relativ wohlhabendes Bauerndorf, in dem Ackerbau und Viehzucht den Hauptnahrungserwerb ausmachten. Der Streusiedlungscharakter war weiter erhalten geblieben.
Nach der Errichtung des Königreiches Westphalen von 1807-1813 unter Napoleon l. mit gewaltigen gesellschaftspolitischen Veränderungen und dessen Untergang wurde Elsen 1816 eine preußische Landgemeinde, in der sich durch Abschaffung der überkommenen Herrschaftsstrukturen und insbesondere durch die Aufteilung der althergebrachten Markgenossenschaften (einer gemeinschaftlichen Besitz- und Nutzungsform land- und forstwirtschaftlicher Flächen) in den folgenden Jahrzehnten die Sozial-, Rechts- und Wirtschaftsverhältnisse völlig veränderten. Dazu beeinflussten immer mehr die Entwicklung der Industrie, des Handwerks und des Verkehrs das Wachstum des Dorfes und seiner Einwohnerschaft. Aus dem reinen Bauerndorf wurde langsam eine Mischgemeinde, in der neben den in der Landwirtschaft Beschäftigten immer mehr Menschen wohnten, die ihrer Arbeit in den umliegenden Orten nachgingen, vor allem in Paderborn und Schloß Neuhaus. Nach der Errichtung der Elsenbahnhaltestelle Elsen - Bahnhof im Jahre 1905 - die Bahnstrecke war schon 1850 durch die Elsener Flur gebaut worden - entwickelte sich nördlich und südlich davon ein neuer Ortsteil.

1913 eröffnete die PESAG eine Straßenbahnlinie von Paderborn nach Elsen. Erste Stromleitungen beleuchteten Straßen und Kirche. Bis 1939 stieg die Bevölkerungszahl auf 3538 Einwohner, die durchweg katholisch waren.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Elsen Teil des Landes Nordrhein - Westfalen. Viele Flüchtlinge und Vertriebene fanden hier eine neue Heimat. Der Ort nahm endgültig den Weg von einem Dorf mit durchweg bäuerlichem Charakter zur Wohngemeinde mit ländlichem Umfeld. 1960 zählte Elsen 4817 Einwohner, Ende 1974 schon 8074. Die Errichtung einer evangelischen Kirche im Jahre 1965 spiegelt den stark gestiegenen Anteil der protestantischen Bevölkerung wieder. Die Jahre nach 1975 veränderten das in einem ländlichen Umland gelegene Elsen noch einmal gewaltig. Aus dem einstigen Bauerndorf wurde ein moderner Wohnort mit teilweise städtischem Charakter, der aufgrund seiner vorzüglichen Verkehrsanbindungen mit der Nähe zu Paderborn, seiner ländlichen Umgebung mit abwechslungsreichen Landschaften, seiner einladenden Neubaugebiete, seiner vielen Baugrundstücke im Ortskern und seiner ausgezeichneten Infrastruktur beste Voraussetzungen für ein zeitgemäßes Wohnen bietet. Elsen hat durchweg Wohngebiete, die durch Grün, saubere Luft und Ruhe gekennzeichnet sind.

Von Elsen aus sind die vielfältigen Arbeitsplätze in umittelbarer Umgebung, vor allem in Schloß Neuhaus und Paderborn, gut erreichbar.

In Elsen können alle behördlichen Verpflichtungen in der Verwaltungsnebenstelle erledigt werden. Elsen zeichnet sich durch qualifizierte und differenzierte Gewerbe-, Handwerks- und Einzelhandelsgeschäfte sowie Geldinstitute aus. Landwirtschaftliche Betriebe gibt es nur noch sehr wenige.

Elsen bietet Kindern und Jugendlichen eine breite Palette von Bildungseinrichtungen. Es gibt 8 Kindergärten, in denen Kinder ab 3 Jahren in ihrem Werdegang gefördert werden, zwei Grundschulen und eine Gesamtschule. Zusätzliche weiterführende Schulen und alle weiteren Bildungseinrichtungen sind durch gute Busverbindungen bequem in Neuhaus und Paderborn zu erreichen.
Elsen hat sehr aktive katholische und evangelische Kirchengemeinden, die neben den kirchlichen Angeboten ein vielfältiges Gemeindeleben haben.

Die Elsener können ihre Freizeit auf vielfältige Art und Weise gestalten. Zahlreiche Vereine zeigen unterschiedlichste Aktivitäten. Dabei bildet der Sport mit seinen zahlreichen Sportstätten einen Schwerpunkt. Ein pulsierendes Leben in den Ortsteilen, besonders getragen durch die Schützenvereine bzw. den Heimatverein, setzt zahlreiche Impulse und lädt zum Mitmachen ein. Besonders das reizvolle Umland laden durch ein dichtes Netz asphaltierter Wirtschaftswege zu ausgedehnten Spaziergängen und Fahrrad- und Skating-Touren ein. Am Nesthauser See und am Lippesee bietet sich für Wassersportler und Wasserbegeisterte eine breite Palette von Betätigungsfeldern. Hier kann man Wasserski fahren, Kanu- und Tretbootfahren, segeln, surfen, baden oder auch einfach nur am Ufer in der Sonne liegen und seine Freizeit genießen. Zusätzlich bietet der aus der Landesgartenschau 1994 in Schloß Neuhaus hervorgegangene großflächige Schloss- und Auenbereich dem Spaziergänger abwechslungsreiche Naturerlebnisse.

Josef Segin

Von Ketteler-Straße mit Blick auf das heutige Haus Güllenstern, links heute Elektro Segebarth, rechts Einmündung Josefstraße. Foto: Josef Weber

Von-Ketteler-Straße am Ausgang zur Paderborner-Straße und Wewerstraße mit Blick auf die ehemalige Gärtnerei Welling und das damalige Kriegerdenkmal. Foto: Josef Weber

Von-Ketteler-Straße in Höhe des heutigen Geschäftes "Le Visage" mit Blick in Richtung Dionysius-Kirche.

Von-Ketteler-Straße heute in Höhe des Hotels Kaiserpfalz mit Blick in Richtung Ausgang nach Paderborn.
Foto: Josef Weber

Von-Ketteler-Straße in Höhe der heutigen Westfalen Apotheke mit Blick in Richtung Dionysius Kirche. Foto Josef Segin

Von Ketteler-Starße heute in Höhe der Dionysius-Apotheke mit Blick auf die Verwaltungsnebenstelle Elsen. Foto: Johannes Plesser

Bilder aus dem vorherigen Jahrhundert

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